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Was ist ein Minimalist? – mit minimal, maximal leben

Du hast bestimmt schonmal davon gehört – Minimalismus. Man trifft immer öfter auf diese sogenannten „Minimalisten“, sie leben sehr einfach und meistens auch mit sehr wenig Besitz. Doch was ist ein Minimalist und was hat es damit auf sich? Fakt ist, hinter Minimalismus steckt viel mehr als einfach nur wenig zu besitzen. 

Was ist ein Minimalist?

Ein Minimalist ist jemand der sich dem Wahn unserer Konsumgesellschaft und Überflussgesellschaft entzieht. Durch den Verzicht auf unnötigen und unsinnigen Konsum versucht diese Person ein bewussteres und erfüllteres Leben zu führen. Minimalismus bedeutet nicht unbedingt einfach nur weniger zu besitzen, sondern eher über Dinge mit einem Sinn und einer klaren Funktion zu verfügen. 

Der extrem Minimalist

Der Großteil an unnötigem Kram befindet sich meist bei uns Zuhause und Minimalisten gestalten ihre Häuslichkeit dementsprechend dezent. Doch einige leben auch auf eine extremere Weise und mieten sich z.B. bereits möblierte Unterkünfte damit sie selbst nicht viel besitzen müssen. Andere wiederum leben vorübergehend bei Freunden, meistens dann wenn sie viel reisen. Ich persönlich organisierte mir meist möblierte Wohnungen oder Zimmer, oft zur Zwischenmiete.

Ein extrem Minimalist lebt also mit sehr wenig. Ich beispielsweise besitzte eine Zeit lang tatsächlich nur einen 40L Rucksack, in welchem sich logischer weise nur das wichtigste befand.

Diese extrem minimalistische Zeit war für meine persönliche Entwicklung eine sehr fördernde. Man muss natürlich nicht so extrem sein, du kannst auch Minimalist sein und bei weitem mehr besitzen als ich es tat aber immer noch weniger als der Durchschnitt.

Was ist das Ziel eines Minimalisten? 

In der Regel will ein Minimalist sich dem wahnsinnigen Konsumverhalten in unserer heutigen Welt entziehen. Sie sind gegen den übermäßigen und unnötigen Konsum und reduzieren stattdessen ihr Leben auf das was wirklich benötigt wird.

Da Minimalisten wenig besitzen, lassen sie von unnötigen Ballast los und haben somit mehr Aufmerksamkeit für andere Dinge – für wichtigeres. Sie haben nichts oder nicht viel das sie ablenkt oder um das sie sich unaufhörlich sorgen müssen. Du weißt bestimmt selber wie viel Zeit und Geld man z.B. in die Pflege seiner Wohnung, Auto, Verträge, Rechnungen etc. stecken muss. Ich meine das ist ja auch nichts all zu wildes wenn man diese Dinge gut im Griff hat. Dennoch, du brauchst Zeit dafür und umso mehr du besitzt, umso mehr Dinge hast du die Beachtung brauchen. Was Minimalisten erreichen wollen ist mehr Zeit und Aufmerksamkeit auf das Leben, sich selbst, anderen Menschen und ihren Leidenschaften/Hobbys. Dinge für die sie brennen. Sie wollen bei ihren Beschäftigungen klar sein und ihre volle Energie und Konzentration hineinstecken. Da hilft es durchaus einen „sauberen“ und klaren Kopf zu haben. 

Nicht materialistische Dinge

Natürlich minimieren sie auch “nicht materialistische Dinge” wie z.B. Beziehungen. Anstatt so viele Freundschaften wie möglich zu schließen, legen sie eher Wert auf weniger aber dafür tiefere und qualitativere Beziehungen. Sie vermeiden Menschen die ihnen eher schaden als weiterhelfen oder jene die schlicht und einfach einen negativen Einfluss auf sie haben. Weitere Dinge wären Schulden, Verträge, Versicherungen und Hypotheken/Kredite etc. 

Die Werte eines Minimalisten

Je mehr man also von all diesen Dingen hat (materialistische und nicht materialistische) umso mehr Beachtung und Verwaltung brauchen diese. Wenn diese nicht sauber organisiert werden, wird es unordentlich und genau das Wort „Ordnung“ ist ein ganz wichtiges für einen Minimalisten. Denn Ordnung, Sauberkeit, Einfachheit, Sinnhaftigkeit und Ruhe sind einige ausschlaggebende Eigenschaften. Die Werte eines Minimalisten sind grundsätzlich anders gesetzt. So legen sie beispielsweise auch viel Wert auf die persönliche Entwicklung und Entfaltung, Bewusstseinserweiterung (auf nüchterne Art und Weise wohlgemerkt), Umwelt, zwischenmenschliche Beziehungen, Spiritualität, Gesundheit & Bildung. Viel Platz für irgendwelchen unnützen Kram bleibt hier nicht mehr. 

Minimalist – ein Leben lang? 

Grundsätzlich ja, solange sich deren Werte nicht ändern. Wie schon erwähnt heißt Minimalismus nicht das man fast gar nichts besitzt, sondern ist lediglich das Leben nach folgenden Kriterien: 

Einfach, ordentlich, sauber, dezent, klar, sinnvoll, ruhig, strukturiert aber auch abstrakt.

Man kann durchaus soviel besitzen wie man möchte aber eben nur solange man sich wohl dabei fühlt. Sobald das Gefühl eintritt, dass das Leben sich zu viel um materielle Dinge und unbedeutendem Zeugs dreht und man die Sinnhaftigkeit dabei verliert, ist das vielleicht ein gutes Zeichen seine aktuelle Situation zu überdenken und gegebenenfalls „auszumisten“. 

Und dies kann sich im laufe der Zeit stetig ändern und kommt auch immer auf die persönliche Situation an. Wenn du z.B. in einer Studienphase bist und viel lernen musst, hast du dementsprechend nicht viel Zeit dich um anderes zu kümmern. Dein Fokus liegt also im lernen und damit du hier deine volle Konzentration einbringen kannst, löst du dich von jeglichem Ballast das unnötig ist und dich daran hindern könnte erfolgreich zu studieren. Bist du jedoch fertig, hast somit wieder mehr Zeit und Platz für anderes. 

Vorübergehender Minimalist

Oft ist es auch hilfreich nur für einen gewissen Zeitraum so minimalistisch wie möglich zu leben. Wenn man sich beispielsweise mit der Entwicklung/Entfaltung seiner Persönlichkeit beschäftigt oder wenn man am reisen ist. Ich persönlich empfehle zumindest einmal die Variante „vorübergehender Minimalist“ ausprobiert zu haben. Am einfachsten ist dies umsetzbar wenn man noch daheim wohnt und gerade eben seinen Schulabschluss gemacht hat. Diese Übergangsphase ist optimal, bevor man in das Berufsleben startet und sich eine eigene Bleibe besorgt. Ein Auslandsaufenthalt bietet sich hier hervorragend an. Es ist definitiv eine Zeit der persönlichen Weiterentwicklung und man kann sich intensiv mit seiner eigenen Person auseinandersetzen. Wendest du hierbei die minimalistischen Prinzipien an und lebst mit wenig Besitz, dann hast du Fokus für deine wichtigen Anliegen. Und dein minimalistischer Lifestyle kommt dir beim Reisen sowieso zugute.   

Dennoch, die meisten leben über den gesamten Verlauf ihres Lebens nach den minimalistischen Prinzipien auch wenn sich diese hier und da etwas ändern.

Ist Minimalismus jedermanns Sache? 

Nein nicht unbedingt, es ist eher eine Persönlichkeits- oder Geschmacksache. Manche Menschen lieben einfach die minimalistischen Eigenschaften wie Ordnung, Einfachheit und Ruhe während andere das Oberflächliche, Komplexe und Wilde bevorzugen. Auch sind manche Stressresistenter und belastbarer als andere und somit leiden sie auch nicht so sehr darunter wenn sie „viel um die Ohren“ haben. Du siehst, Minimalismus ist deshalb eher eine relative Angelegenheit.

Trotz allem, speziell bezogen auf unsere Wirtschaft und Konsumgesellschaft, ist es eine Sache die jeden betreffen sollte. Egal was für ein Persönlichkeitstyp du bist oder welchen Geschmack du hast, du solltest immer bewusst konsumieren. 

Ich persönlich als Minimalist

Nun wie ich bereits schon erwähnte war ich ebenfalls über ca. 4 Jahr hinweg ein extrem Minimalist. Ich besitzte nur meinen Rucksack, Geld und vielleicht ein oder zwei Kisten mit Dokumenten auf dem Dachboden im Haus meiner Eltern. Bevor ich zum extrem Minimalisten wurde lebte ich ganz typisch, ich machte meine Ausbildung bzw. arbeitete als Angestellter, lebte in einer Wohnung die voll eingerichtet war, hatte ein Auto und einen vollen Kleiderschrank. Zudem war mein Kellerabteil gut mit irgendwelchem Schrott gefüllt. 

Dieses Leben befriedigte mich jedoch in dieser Zeit nicht. Ich war hungrig, neugierig und Abenteuerlustig, wollte mehr erleben als den klassischen Lebensverlauf von Schule, Studium/Ausbildung und Arbeit. Ich war bei weitem nicht so flexibel wie ich es heute bin, wenn ich einfach aufbrechen wollte konnte ich das nicht, da ich an meinen ganzen Sachen und den Job gebunden war.

Eines Tages beschloss ich alles aufzugeben und mich nur auf einen Rucksack zu reduzieren. Ich begann zu reisen und egal wo ich lebte, ich konnte mich jederzeit mit einem Fingerschnipp davon machen. 

Ich liebte das Gefühl so frei zu sein und tue es auch heute noch!

Das Reisen machte mich minimalistisch

Primär tat ich es damals weil ich zu reisen begann und wenn du das auf längerem Zeitraum machst, macht es nur sinn deine Sachen loszuwerden und so wenig wie möglich mit dir rum zu schleppen. Irgendwann bemerkte ich aber den Vorteil davon wenig zu besitzen und es gefiel mir generell. Ich blieb es also weiterhin weil ich dieses simple leben und die Freiheit genoss. Trotzdem muss ich auch dazu sagen dass ich der Persönlichkeitstyp dafür bin, ich bevorzuge eigentlich schon immer die minimalistischen Eigenschaften, das macht mich aus. Es macht dein Leben so viel einfacher und qualitativer, du hast meist einen klaren Kopf und Fokus für deine Beschäftigungen, außerdem bist du sehr unabhängig und flexibel.

Fazit:

Minimalisten sind Mensch die wenig besitzen und reduzieren also hauptsächlich in materieller Hinsicht um gegen den Wahn unserer Konsumgesellschaft zu demonstrieren. Nicht materialistische Dinge werden eher aus persönlichen Motiven reduziert. Ein weiterer Aspekt war der Persönlichkeitstyp und der Geschmack für die minimalistischen Prinzipien Einfachheit, Ordnung, Sauberkeit, Sinnhaftigkeit und Ruhe. Sie legen weiterhin viel Wert auf tiefgründigere Lebensangelegenheiten wie Wachstum, zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe, Bildung, Spiritualität und Gesundheit. Je nach Typ ist man, wenn die Werte sich nicht ändern, in der Regel ein Leben lang ein Minimalist oder nur ein „vorübergehender“, je nach Situationslage.  

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