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Trauma – Mit einer schrecklichen Erfahrung erfolgreich umgehen

Wir Menschen verletzen uns andauernd körperlich, egal ob nur leicht oder schwerwiegend. Mindestens genauso oft erleiden viele von uns im laufe des Lebens auch eine psychische Verletzung, ein sogenanntes Trauma. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen diese psychischen Leiden über mehrere Jahre hinweg mit sich tragen. Doch was tun wenn man unter einem Trauma leidet? 


Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Trauma?
  2. Was verursacht ein Trauma?
  3. Die Folgen eines Traumas?
  4. Wie man ein Trauma verarbeitet
    1. Die Behandlung
    2. Was man nicht tun sollte
  5. Umgang mit Flashbacks
  6. Fazit

Lasst uns zuerst klären was überhaupt ein Trauma ist.

1. Was ist ein Trauma?

In der Psychologie wird mit dem Wort Trauma (griech.: Wunde) eine psychische Erschütterung oder Verletzung bezeichnet. Eine Verletzung ist grundlegend, egal ob körperlich oder psychisch eine sehr belastende Angelegenheit. Es verursacht Schmerzen und diese wiederum verursachen Leid. 

Es ist also im Grunde ein psychisches Leid, welches durch eine schmerzvolle Erfahrung entstanden ist. Diese Erfahrung kann sowohl körperlich als auch psychisch gewesen sein.  

Bei einem Trauma wird die menschliche Psyche aufgrund eines „traumatischen“ Ereignisses, stark erschüttert. Hierbei wird das biologische Stresssystem überfordert. Deshalb wirkt sich ein Trauma nicht nur psychisch, sondern auch körperlich aus.

Es ist in der Psyche tief verankert und wenn dieses nicht entsprechend behandelt wird, ist es auch noch nach Jahren eine große Belastung.

2. Was verursacht ein Trauma?

Traumatische Ereignisse können z.B. folgende sein:

  • ein Unfall
  • eine Vergewaltigung
  • Folter
  • Gewaltanwendung
  • ein Todesfall 
  • Naturkatastrophen
  • ein Kriegseinsatz
  • die Beobachtung eines gewaltsamen Todes
  • Vernachlässigung im Kindesalter (Kindheitstrauma)
  • etc.

3. Die Folgen eines Traumas

Je nachdem wie „schlimm“ das traumatische Ereignis war und wie die subjektive Einschätzung der Erfahrung ist, können die Folgen kurz oder langfristig sein. Erinnerungen an das Ereignis die durch gewisse Reize ausgelöst werden, können in Form von Wut, Angst oder Verklemmung als Reaktion auftreten.

Die Opfer vermeiden deswegen meist jegliche Situationen die einen solchen Reiz auslösen könnten. Eine Strategie zum Selbstschutz wird entwickelt.

Typische Folgen einer Traumatisierung können z.B. diese sein:

  • Depressionen
  • Schlafstörung
  • Persönlichkeitsveränderung
  • Angststörung
  • Essstörung
  • Suchtmittelabhängigkeit

Außerdem könnte sich durch die Erfahrung das Weltbild und Wertesystem negativ auswirken. Auch das Vertrauen in andere und sich selbst wird in Frage gestellt.  

4. Wie man ein Trauma verarbeitet

Vorerst möchte ich darauf hinweisen das die Verarbeitung eines Traumas von mehreren Faktoren abhängt.

Zum Beispiel:

  • wie lange die traumatische Erfahrung gedauert hat
  • vom Ausmaß der Hilflosigkeit, die man erlebt hat
  • von der Art und Schwere 
  • allgemeinen Lebenseinstellung
  • Verantwortlichkeit des Ereignisses 
  • Kommunikations- und Problemlösefähigkeiten
  • Ideologischen oder religiösen Überzeugungen
  • Unterstützung durch Angehörige und Freunde
  • persönlichen Wissenstand über Traumas

4.1. Die Behandlung

Die wesentliche Frage und Thematik dieses Beitrags ist, welche Methode zur Behandlung eines Trauma die beste und effektivste ist. Im Grunde gibt es hier nicht den „besten“ Weg, denn die Behandlung hängt im wesentlichen von der Persönlichkeit und weiteren, wie die oben erwähnten Faktoren ab. 

Das Trauma an sich kann nicht einfach aus dem Gedächtnis „gelöscht“ werden aber es ist möglich mit diesen abzuschließen und es als in der Vergangenheit liegend zu betrachten. 

Grundlegend ist es erforderlich intensive Persönlichkeitsarbeit zu leisten. Denn um ein erfolgreiches Leben mit den negativen Erfahrungen zu erreichen, ist es wichtig sich tiefgründig kennenzulernen und zu entwickeln.  

Folgend einige weitere Tipps die zur Behandlung behilflich sein können.

Sich selbst und seine eigene Geschichte akzeptieren

Was vergangen ist kann nicht mehr geändert werden. Es nützt nichts, sich an der Vergangenheit festzuklammern und Dingen hinterher zu trauern. Aufgrund von z.B. Angst, Scham oder Schuldgefühlen Ereignisse zu verdrängen ist ebenso keine Lösung. Sich bewusst klar werden was geschehen ist, nicht wegzuschauen sondern zu akzeptieren sollte sich mit einem befreiendem Gefühl auswirken. 

Die Fähigkeit entwickeln, sich selber beobachten zu können und bewusst wahrzunehmen 

Um sich selbst besser zu verstehen und dementsprechend besser zu kontrollieren, hilft es die eigenen Gedanken und Handlungen zu beobachten und zu hinterfragen. Die allgemeinen W-Fragen sind eine gute Herangehensweise. Fragen wie z.B.: „warum denke ich das?“, „wieso tue ich dies?“ oder „was sind meine Beweggründe?“ helfen dabei die eigenen Taten besser nachzuvollziehen. 

Die eigenen Gefühle spüren und annehmen

Die Äußerung der eigenen Gefühle ist ohnehin ein großes Problem für viele, umso schwieriger für Menschen die schlimmes erlebt haben. Doch auch hier ist es wichtig die Gefühle nicht zu ignorieren und zu vermeiden, sondern eher bewusst zu spüren, versuchen diese zu verstehen und anzunehmen. Dabei stets nicht vergessen das diese eben nur Gefühle aufgrund der Erinnerungen sind. Die Erlebnisse sind Vergangenheit!! 

Lernen die eigenen Gefühle und Reaktionen zu steuern und Erinnerungen unter Kontrolle zu bringen 

Ein ganz wichtiger Punkt. Es ist generell nicht einfach sich immer zu beherrschen, die Gefühle zu steuern und seine Reaktionen im Griff zu behalten. Ein Trauma macht das ganze nicht einfacher. Doch gerade deshalb ist es erforderlich sich kontrollieren zu lernen. Erfolgt dieser Lernprozess nicht, werden die Erinnerungen und die daraus resultierenden Gefühle und Reaktionen immer überhand nehmen und dementsprechend das eigene Leben beeinträchtigen.

Versuchen die Erlebnisse objektiv zu begutachten und zu bewerten

Wir nehmen in der Regel alles mit unseren eigenen Sinnen subjektiv wahr. Doch dabei ist es ausschlaggebend bestimmte Situationen auch objektiv zu betrachten um ein ausbalanciertes Ergebnis zu erhalten. Genauso auch bei unseren traumatischen Erlebnissen. Wir haben dies natürlich an Leib und Seele erlebt, gespürt und dabei gelitten. Trotzdem, wie würde man die Situation aus einer anderen Perspektive beurteilen? Man stelle sich vor, die Situation aus den Augen eines Menschen zu betrachten und zu beurteilen, der in keinerlei Bezug zu der Situation und den betroffenen Menschen steht. Zu welchem Ergebnis würde man kommen? Würde man die Situation anders beurteilen und bewerten? Macht diesen vergleich!

Kontakte mit vertrauten Personen pflegen 

Ein gut funktionierendes soziales Umfeld ist ein großer Faktor unseres Glücks. Erst recht in schwierigen Zeiten sind Kontakte zu vertrauten Personen sehr von Bedeutung. Zu wissen man ist nicht alleine mit seiner Situation, lindert das Leid. Tiefgründige Gespräche, jemand der zuhören kann und Ratschläge gibt, sind Gold.  

Sich bewusst und gezielt mit dem beschäftigen, was im Leben gelingt und Freude macht

Warum? Ganz einfach, wenn es einem so schon nicht wirklich gut geht und man das Gefühl hat im Leben nicht erfolgreich zu sein, dann ist die Beschäftigung mit Dingen die man nur schwer meistert eine zusätzliche Belastung. Das Gefühl vom ständigen Misserfolg tritt ein. Beschäftigt man sich jedoch gezielt mit Dingen bei denen man Erfolge erzielt, so steigt das allgemeine Wohlbefinden und man wird selbstbewusster. Daraufhin kann man aufbauen.

Den eigenen Hobbys nachgehen

Hobbys und Freizeitbeschäftigungen sind ein guter „getaway“ für Spaß und Freude aber auch als Meditation zum Beispiel. Es ist ein guter Ausgleich, eine Tätigkeit zum abschalten oder kreativ zu sein. 

Den Alltag bewusst gestalten und strukturieren

Dies ist ein Punkt der sehr hilfreich ist. Einen klaren Plan Ziel zu haben macht einen erfolgreichen Lebensstil aus. Man ist fokussiert und die Aufmerksamkeit ist gezielt auf die Aufgaben gerichtet. Geht es einem nicht besonders gut und hat kein konkreten Tagesplan, dann kann es schnell passieren, dass man im Strom seiner negativen Gedanken versinkt und diese einen überwältigen.

Die eigenen Lebensansichten, Werte und Überzeugungen überdenken und ggf. die Lebenseinstellung neu ausrichten

Mein letzter aber auch einer der wichtigsten Punkte. Im laufe der Zeit entwickeln wir unsere Lebenseinstellung, haben gewisse Glaubensüberzeugungen und ein bestimmtes Wertesystem. Oft eignen wir uns diese auch unbewusst ein oder bekommen diese entsprechend gelehrt. Fakt ist, diese Lebensansichten können unser Leben sehr stark beeinflussen und nich selten geschieht das über viele Jahre hinweg. Wichtig also, die eigene Lebenseinstellung laufend zu hinterfragen und zu überdenken. Geschweige denn erst einmal bewusst darüber zu werden. 

4.2. Was man nicht tun sollte

Folgende Punkte sind zur Verarbeitung eines Traumas nicht förderlich:

  • Selbstmitleid 
  • Sich ständig mit Problemen zu beschäftigen
  • Andauernd in das Trauma hineinzuspüren oder darüber nachdenken 
  • Den ganzen Tag mit anderen über Probleme zu sprechen
  • Sich laufend beschweren, nörgeln oder meckern

Es gibt einen klaren Unterschied zwischen „Trauma Wiedererleben“ und „Trauma verarbeiten“. Letzteres ist wichtig und hilfreich. Einen Trauma wiederzuerleben schafft nur Probleme. Um es zu verarbeiten muss es zwar teils auch wiedererlebt werden, jedoch mit dem Unterschied, dass hier eine gute Absicht dahinter steckt. 

5. Umgang mit Flashbacks

Flashbacks sind wahrscheinlich eines der größten Plagen mit denen die Betroffenen zu kämpfen haben. Ein Flashback ist sozusagen eine Rückblende bzw. ein Rückblick und ist eine Störung der Erinnerungsfunktion unseres Gedächtnisses. 

Diese Gedächtnisstörung verursacht hierbei ein verwechseln im Erleben von Vergangenheit und Gegenwart. Wem es nicht gelingt seine Aufmerksamkeit bewusst auf das „hier & jetzt“ zu lenken, der bleibt dauerhaft Opfer seiner Vergangenheit.

Bei einem Flashback wird nämlich die Erinnerung an das Ereignis mit dem Ereignis selbst verwechselt. Es sollte also klar unterschieden werden. 

Stetig präsent zu sein kostet viel Energie und Flashbacks können auch nicht einfach so beseitigt werden. Es ist aber durchaus möglich sie gut in den Griff zu bekommen. Wie mit allem ist eben auch hier der richtige Umgang und der Lösungsweg entscheidend. 

Folgendes kann für den Umgang mit Flashbacks nützlich sein:

  • Flashbacks verstehen und erkennen wann diese auftreten
  • sich bewusst werden, dass dies nur eine Erinnerung ist und nicht das Ereignis selbst
  • sich zusprechen, dass es jetzt besser ist und vergangenes der Vergangenheit angehört 
  • Die eigenen Sinne bewusst auf die Gegenwart lenken und versuchen das wahrzunehmen was man gerade sieht, hört, riecht, schmeckt und fühlt
  • sich in Beschäftigungen oder Hobbys vertiefen

6. Fazit

Traumas können einem das Leben schon ganz schön schwer machen aber mit den richtigen Methoden, einer guten Unterstützung sowie viel Übung und Geduld kann es sich  angenehm Leben lassen. Jeder von uns hat seine eigenen Persönlichkeitszüge und deshalb muss letztendlich auch jeder seinen eigenen Lösungsweg gestalten. 

Und nochmal, das bewusste Akzeptieren und Annehmen der eigenen Geschichte und der Wille sich zu verbessern sind der Schlüssel zur erfolgreichen Verarbeitung eines Traumas.

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